Welche Nebenkosten gibt es beim Immobilienkauf?

09.03.2026
A stack of silver coins sits on a bed of colorful banknotes, including green, red, and blue currency.
Beim Kauf einer Immobilie fallen neben dem eigentlichen Kaufpreis verschiedene zusätzliche Kosten an, die viele Käufer zunächst unterschätzen. Notariatskosten, Grundbuchgebühren, mögliche Handänderungssteuern sowie Finanzierungskosten können schnell mehrere tausend Franken betragen.
Der Kauf einer Immobilie ist für viele Menschen eine der grössten finanziellen Entscheidungen im Leben. Entsprechend konzentrieren sich viele Käufer zunächst vor allem auf den Kaufpreis der Immobilie. Was dabei jedoch oft unterschätzt wird, sind die zusätzlichen Kosten, die beim Immobilienkauf entstehen können.
Neben dem eigentlichen Kaufpreis fallen beim Erwerb einer Immobilie in der Schweiz verschiedene Nebenkosten an. Dazu gehören beispielsweise Notariatskosten, Gebühren für den Grundbucheintrag oder je nach Kanton auch eine sogenannte Handänderungssteuer. Diese zusätzlichen Kosten können mehrere Tausend Franken betragen und sollten deshalb bereits frühzeitig in die Finanzplanung einbezogen werden.
Wer eine Immobilie kaufen möchte, sollte sich daher nicht nur mit dem Kaufpreis, sondern auch mit den möglichen Nebenkosten auseinandersetzen. Eine gute Übersicht über diese Kosten hilft dabei, das Budget realistischer zu planen und finanzielle Überraschungen beim Immobilienkauf zu vermeiden.
Notariatskosten
Beim Kauf einer Immobilie in der Schweiz ist die notarielle Beurkundung des Kaufvertrags gesetzlich vorgeschrieben. Das bedeutet, dass der Kaufvertrag von einem Notar erstellt oder zumindest beurkundet werden muss, damit der Verkauf rechtlich gültig ist. Der Notar überprüft dabei den Vertrag, stellt sicher, dass alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt sind, und begleitet die Vertragsunterzeichnung zwischen Käufer und Verkäufer.
Für diese Leistungen fallen sogenannte Notariatskosten an. Die genaue Höhe dieser Kosten kann je nach Kanton unterschiedlich sein, da die Gebühren teilweise kantonal geregelt sind. In vielen Fällen orientieren sich die Notariatskosten am Kaufpreis der Immobilie.
Typische Notariatskosten:
  • Erstellung und Beurkundung des Kaufvertrags.
  • Rechtliche Prüfung der Vertragsinhalte.
  • Begleitung der Vertragsunterzeichnung.
In vielen Fällen liegen die Notariatskosten etwa zwischen 0,1 % und 0,5 % des Kaufpreises. Bei einer Immobilie mit einem Kaufpreis von beispielsweise CHF 900’000 können die Notariatskosten somit mehrere Tausend Franken betragen.
Grundbuchgebühren
Nach der Unterzeichnung des Kaufvertrags beim Notar muss der Eigentümerwechsel offiziell im Grundbuch eingetragen werden. Das Grundbuch ist ein öffentliches Register, in dem alle Grundstücke und Immobilien sowie deren Eigentümer erfasst sind. Erst mit der Eintragung im Grundbuch wird der Käufer rechtlich zum neuen Eigentümer der Immobilie.
Für diese Eintragung fallen sogenannte Grundbuchgebühren an. Die Höhe dieser Gebühren ist ebenfalls kantonal geregelt und kann sich je nach Standort der Immobilie unterscheiden. In der Regel orientieren sich die Kosten am Kaufpreis oder am Wert der Immobilie.
Wofür Grundbuchgebühren anfallen:
  • Eintragung des neuen Eigentümers im Grundbuch.
  • Anpassung der Eigentumsverhältnisse.
  • Administrative Bearbeitung durch das Grundbuchamt.
In vielen Kantonen bewegen sich die Grundbuchgebühren ungefähr im Bereich von 0,2 % bis 0,3 % des Kaufpreises. Auch diese Kosten sollten Käufer frühzeitig in ihre Budgetplanung einbeziehen, da sie zusätzlich zum eigentlichen Kaufpreis der Immobilie anfallen.
Handänderungssteuer
Eine weitere mögliche Nebenkostenposition beim Immobilienkauf in der Schweiz ist die sogenannte Handänderungssteuer. Diese Steuer wird beim Eigentümerwechsel einer Immobilie erhoben und richtet sich in der Regel nach dem Kaufpreis der Immobilie.
Die Handänderungssteuer ist kantonal geregelt, weshalb sie nicht in allen Kantonen erhoben wird. In einigen Kantonen wurde diese Steuer abgeschafft, während sie in anderen weiterhin anfällt. Auch die Höhe der Steuer kann je nach Kanton unterschiedlich sein.
In vielen Fällen wird die Handänderungssteuer prozentual vom Kaufpreis berechnet. Häufig bewegt sie sich in einem Bereich zwischen etwa 1 % und 3 % des Kaufpreises. Je nach Kanton kann diese Steuer entweder vom Käufer, vom Verkäufer oder von beiden Parteien gemeinsam getragen werden.
Wichtige Punkte zur Handänderungssteuer:
  • Steuer beim Eigentümerwechsel einer Immobilie.
  • Höhe und Regelung unterscheiden sich je nach Kanton.
  • Wird häufig prozentual vom Kaufpreis berechnet.
Da die Handänderungssteuer einen erheblichen Teil der Nebenkosten ausmachen kann, sollten Käufer bereits frühzeitig prüfen, ob diese Steuer im jeweiligen Kanton anfällt und wie hoch sie ausfällt.
Kosten für die Hypothek
Die meisten Immobilienkäufe in der Schweiz werden über eine Hypothek finanziert. Beim Abschluss einer Hypothek können ebenfalls zusätzliche Kosten entstehen, die Käufer bei der Planung berücksichtigen sollten. Diese Kosten fallen in der Regel bei der Prüfung und Einrichtung der Finanzierung durch die Bank an.
Bevor eine Bank eine Hypothek bewilligt, prüft sie unter anderem den Wert der Immobilie sowie die finanzielle Situation des Käufers. Für diese Prüfung kann die Bank eine sogenannte Schätzungsgebühr verlangen. Dabei wird der Marktwert der Immobilie beurteilt, um sicherzustellen, dass die Finanzierung angemessen ist.
Je nach Bank können zusätzlich Bearbeitungsgebühren für die Erstellung der Hypothek anfallen. Diese Gebühren sind meist einmalige Kosten, die beim Abschluss der Finanzierung entstehen.
Mögliche Kosten im Zusammenhang mit der Hypothek:
  • Schätzungsgebühr für die Bewertung der Immobilie.
  • Bearbeitungsgebühren der Bank für die Finanzierung.
  • Kosten für die Erstellung der Hypothek.
Die genaue Höhe dieser Kosten kann je nach Bank unterschiedlich sein. Auch wenn sie im Vergleich zum Kaufpreis meist geringer ausfallen, sollten sie dennoch in der Finanzplanung berücksichtigt werden.
Eigenkapital und Finanzierungskosten
Beim Kauf einer Immobilie in der Schweiz spielt das Eigenkapital eine wichtige Rolle. In der Regel verlangen Banken, dass Käufer einen Teil des Kaufpreises selbst finanzieren. Üblicherweise müssen mindestens 20 % des Kaufpreises als Eigenkapital eingebracht werden.
Ein Teil dieses Eigenkapitals muss aus sogenannten «harten» Eigenmitteln bestehen. Dazu zählen beispielsweise Ersparnisse, Wertschriften oder Guthaben aus der dritten Säule. Gelder aus der Pensionskasse können unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls verwendet werden, allerdings gelten hierfür besondere Regelungen.
Neben dem Eigenkapital sollten Käufer auch die laufenden Finanzierungskosten berücksichtigen. Dazu gehören insbesondere die Hypothekarzinsen sowie mögliche Amortisationszahlungen. Banken prüfen im Rahmen der sogenannten Tragbarkeit, ob Käufer diese Kosten langfristig tragen können.
Wichtige Punkte zur Finanzierung:
  • Mindestens 20 % Eigenkapital beim Immobilienkauf.
  • Ein Teil muss aus eigenen finanziellen Mitteln stammen.
  • Banken prüfen die langfristige Tragbarkeit der Finanzierung.
  • Hypothekarzinsen und Amortisation müssen einkalkuliert werden.
Eine sorgfältige Finanzplanung ist entscheidend, damit der Immobilienkauf langfristig tragbar bleibt und alle Kosten realistisch berücksichtigt werden.
Laufende Nebenkosten nach dem Kauf
Neben den einmaligen Nebenkosten beim Kauf einer Immobilie sollten Käufer auch die laufenden Kosten nach dem Erwerb berücksichtigen. Diese Kosten entstehen während der gesamten Besitzdauer der Immobilie und sind ein wichtiger Bestandteil der langfristigen Finanzplanung.
Zu den laufenden Kosten gehören beispielsweise Ausgaben für Unterhalt, Versicherungen oder Betriebskosten. Besonders bei älteren Immobilien können regelmässige Wartungs- und Renovationsarbeiten notwendig sein, um den Zustand des Gebäudes zu erhalten.
Eine häufig verwendete Faustregel besagt, dass jährlich etwa 0,5 % bis 1 % des Immobilienwerts für Unterhaltskosten eingeplant werden sollten. Diese Rückstellungen helfen dabei, zukünftige Renovationen oder Reparaturen finanzieren zu können.
Typische laufende Nebenkosten:
  • Unterhalts- und Renovationskosten.
  • Gebäudeversicherung.
  • Heiz- und Betriebskosten.
  • Nebenkosten bei Eigentumswohnungen (z. B. Verwaltung oder Rückstellungen).
Wer diese laufenden Kosten frühzeitig berücksichtigt, kann die langfristigen finanziellen Verpflichtungen einer Immobilie realistischer einschätzen und besser planen.
Beispielrechnung für Nebenkosten
Um ein besseres Gefühl für die möglichen Nebenkosten beim Immobilienkauf zu bekommen, kann eine einfache Beispielrechnung hilfreich sein. Die tatsächlichen Kosten hängen zwar vom Kanton und von der jeweiligen Immobilie ab, doch ein Beispiel zeigt, in welcher Grössenordnung sich die Nebenkosten bewegen können:
  • Kaufpreis der Immobilie: CHF 900’000.
  • Notariatskosten (ca. 0,3 %): CHF 2’700.
  • Grundbuchgebühren (ca. 0,25 %): CHF 2’250.
  • Handänderungssteuer (z. B. 2 %): CHF 18’000.
  • Bank- und Schätzungsgebühren: CHF 1’000.
  • Gesamte Nebenkosten: etwa CHF 23’950.
Dieses Beispiel zeigt, dass die Nebenkosten beim Immobilienkauf schnell mehrere zehntausend Franken betragen können. Je nach Kanton und individueller Situation können diese Kosten jedoch höher oder niedriger ausfallen. Daher ist es sinnvoll, diese zusätzlichen Ausgaben frühzeitig in die Finanzplanung einzubeziehen.
Warum eine sorgfältige Finanzplanung wichtig ist
Die verschiedenen Nebenkosten beim Immobilienkauf zeigen, dass der Kaufpreis nur einen Teil der gesamten Ausgaben darstellt. Neben einmaligen Kosten wie Notariatsgebühren oder Steuern sollten Käufer auch laufende Kosten und mögliche zukünftige Investitionen berücksichtigen.
Eine sorgfältige Finanzplanung hilft dabei, das verfügbare Budget realistisch einzuschätzen und alle anfallenden Kosten einzuplanen. Wer sich frühzeitig mit den Nebenkosten auseinandersetzt, kann besser entscheiden, welche Immobilie finanziell tragbar ist und welche zusätzlichen Reserven sinnvoll sind.
Gerade beim Immobilienkauf lohnt es sich, genügend finanzielle Spielräume einzuplanen. Unerwartete Reparaturen, Renovationen oder Veränderungen der Finanzierungskosten können sonst schnell zu einer finanziellen Belastung werden.
Vorteile einer guten Finanzplanung:
  • Realistische Einschätzung der Gesamtkosten beim Immobilienkauf.
  • Bessere Vorbereitung auf laufende Kosten.
  • Finanzielle Reserven für unerwartete Ausgaben.
Eine gute Vorbereitung hilft dabei, den Immobilienkauf langfristig stabil zu gestalten und finanzielle Risiken zu reduzieren.
Fazit zu den Nebenkosten beim Immobilienverkauf
Beim Kauf einer Immobilie in der Schweiz sollten Käufer nicht nur den eigentlichen Kaufpreis berücksichtigen. Verschiedene Nebenkosten wie Notariatsgebühren, Grundbuchkosten, mögliche Handänderungssteuern oder Finanzierungskosten können zusätzliche Ausgaben verursachen, die schnell mehrere tausend Franken betragen können.
Da viele dieser Kosten kantonal geregelt sind, kann ihre Höhe je nach Standort der Immobilie unterschiedlich ausfallen. Umso wichtiger ist es, sich bereits frühzeitig einen Überblick über die möglichen Nebenkosten zu verschaffen und diese in die Finanzplanung einzubeziehen.
Wer neben dem Kaufpreis auch die Nebenkosten sowie die laufenden Ausgaben realistisch einplant, schafft eine solide Grundlage für eine langfristig tragbare Finanzierung. Eine sorgfältige Planung hilft dabei, finanzielle Überraschungen zu vermeiden und den Immobilienkauf gut vorbereitet anzugehen. Beim Immobilienkauf spielen neben dem Kaufpreis auch viele weitere Faktoren eine Rolle – von den Nebenkosten über die Finanzierung bis hin zur aktuellen Marktsituation. Eine gute Vorbereitung hilft dabei, die richtige Entscheidung zu treffen und das Budget realistisch zu planen.
Wenn Du darüber nachdenkst, eine Immobilie zu kaufen, unterstützen wir Dich gerne mit einer Einschätzung des Immobilienmarkts in Deiner Region und helfen Dir dabei, passende Objekte zu finden.

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