Wie viel Eigenkapital wird für den Kauf einer Immobilie in der Schweiz benötigt?
26.02.2026
Beim Kauf einer Immobilie in der Schweiz spielt das Eigenkapital eine entscheidende Rolle. In der Regel verlangen Banken, dass Käufer mindestens 20 % des Kaufpreises selbst finanzieren.
Der Kauf einer Immobilie ist für viele Menschen eine der grössten finanziellen Entscheidungen im Leben. Neben dem Kaufpreis stellt sich dabei für viele Interessenten eine zentrale Frage: Wie viel Eigenkapital wird eigentlich benötigt, um eine Immobilie in der Schweiz zu kaufen?
In der Regel finanzieren Käufer eine Immobilie nicht vollständig mit eigenen Mitteln. Stattdessen erfolgt die Finanzierung meist über eine Kombination aus Eigenkapital und einer Hypothek bei einer Bank. Damit eine Bank eine Hypothek gewährt, müssen jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein – insbesondere in Bezug auf den Anteil an Eigenkapital.
Viele Banken verlangen beim Immobilienkauf in der Schweiz, dass Käufer einen bestimmten Prozentsatz des Kaufpreises selbst finanzieren. Gleichzeitig gibt es verschiedene Möglichkeiten, Eigenkapital einzubringen, etwa durch Ersparnisse, Wertschriften oder Vorsorgegelder.
Wer den Kauf einer Immobilie plant, sollte sich deshalb frühzeitig mit den Anforderungen an das Eigenkapital auseinandersetzen. Eine gute Vorbereitung hilft dabei, die Finanzierung realistisch zu planen und die Chancen auf eine erfolgreiche Immobilienfinanzierung zu erhöhen.
Mindestanforderung für Eigenkapital
Beim Kauf einer Immobilie in der Schweiz gilt grundsätzlich eine klare Regel: Käufer müssen in der Regel einen Teil des Kaufpreises selbst finanzieren. Dieser Anteil wird als Eigenkapital bezeichnet und ist eine wichtige Voraussetzung, damit eine Bank eine Hypothek gewährt.
Üblicherweise verlangen Banken, dass mindestens 20 % des Kaufpreises aus Eigenmitteln stammen. Die restlichen 80 % können über eine Hypothek finanziert werden. Diese Regel dient dazu, das Risiko für Banken zu reduzieren und sicherzustellen, dass Käufer über eine solide finanzielle Grundlage verfügen.
Beispiel für die Eigenkapitalanforderung
Angenommen, eine Immobilie kostet CHF 800’000:
Kaufpreis der Immobilie: CHF 800’000
benötigtes Eigenkapital (20 %): CHF 160’000
Hypothek der Bank (80 %): CHF 640’000
Das bedeutet, dass Käufer mindestens CHF 160’000 an Eigenkapital aufbringen müssen, um diese Immobilie finanzieren zu können.
Diese Grundregel gilt in vielen Fällen, kann jedoch je nach Bank, Immobilie und individueller finanzieller Situation leicht variieren. Daher lohnt es sich, die genauen Anforderungen frühzeitig mit einer Bank oder einem Finanzierungsexperten zu klären.
Rolle der Pensionskasse beim Immobilienkauf
In der Schweiz besteht die Möglichkeit, Gelder aus der Pensionskasse (2. Säule) für den Kauf einer selbstgenutzten Immobilie zu verwenden. Viele Käufer nutzen diese Option, um das benötigte Eigenkapital zu erhöhen und die Finanzierung einer Immobilie zu erleichtern.
Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, wie Pensionskassengelder eingesetzt werden können: den Vorbezug oder die Verpfändung.
Beim Vorbezug wird ein Teil des angesparten Pensionskassenguthabens direkt ausbezahlt und als Eigenkapital für den Immobilienkauf verwendet. Dadurch reduziert sich jedoch das angesparte Altersguthaben, was sich später auf die Höhe der Altersrente auswirken kann.
Bei der Verpfändung bleibt das Pensionskassenguthaben in der Vorsorgeeinrichtung, wird jedoch als Sicherheit für die Hypothek eingesetzt. Dadurch kann unter Umständen eine höhere Finanzierung durch die Bank ermöglicht werden.
Möglichkeiten der Nutzung der Pensionskasse:
Vorbezug von Vorsorgegeldern für den Immobilienkauf.
Verpfändung des Pensionskassenguthabens als Sicherheit.
Kombination mit anderen Eigenmitteln möglich.
Da beide Varianten unterschiedliche Auswirkungen auf die langfristige Vorsorge haben können, lohnt es sich, diese Entscheidung sorgfältig zu prüfen und gegebenenfalls eine Beratung in Anspruch zu nehmen.
Tragbarkeit der Finanzierung
Neben dem vorhandenen Eigenkapital prüfen Banken beim Immobilienkauf auch die sogenannte Tragbarkeit der Finanzierung. Dabei wird beurteilt, ob Käufer die laufenden Kosten der Immobilie langfristig aus ihrem Einkommen bezahlen können.
Zu diesen Kosten gehören unter anderem die Hypothekarzinsen, die Amortisation der Hypothek sowie die laufenden Unterhaltskosten der Immobilie. Banken verwenden für diese Berechnung meist einen kalkulatorischen Zinssatz, der höher ist als der aktuelle Marktzins. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die Finanzierung auch bei steigenden Zinsen tragbar bleibt.
Eine häufig verwendete Faustregel besagt, dass die gesamten Wohnkosten nicht mehr als etwa ein Drittel des Bruttoeinkommens betragen sollten.
Kosten, die bei der Tragbarkeit berücksichtigt werden:
Hypothekarzinsen.
Amortisation der Hypothek.
Unterhalts- und Nebenkosten der Immobilie.
Wenn diese Kosten zu hoch im Verhältnis zum Einkommen sind, kann es sein, dass eine Bank die Finanzierung nicht bewilligt oder ein höherer Anteil an Eigenkapital erforderlich ist. Daher ist eine realistische Finanzplanung ein wichtiger Bestandteil beim Kauf einer Immobilie.
Möglichkeiten, Eigenkapital aufzubauen
Für viele Käufer stellt das notwendige Eigenkapital eine der grössten Hürden beim Immobilienkauf dar. Da häufig mindestens 20 % des Kaufpreises selbst finanziert werden müssen, lohnt es sich, frühzeitig mit dem Aufbau von Eigenmitteln zu beginnen.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Eigenkapital für den Immobilienkauf anzusparen oder zusammenzustellen. Viele Käufer kombinieren mehrere dieser Quellen, um den benötigten Betrag zu erreichen.
Typische Quellen für Eigenkapital:
Persönliche Ersparnisse auf dem Bankkonto.
Wertschriften oder Investmentfonds.
Guthaben aus der Säule 3a.
Vorbezug oder Verpfändung von Pensionskassengeldern.
Schenkungen oder Erbvorbezüge von Familienmitgliedern.
Je früher mit dem Aufbau von Eigenkapital begonnen wird, desto besser lassen sich die finanziellen Voraussetzungen für einen späteren Immobilienkauf erfüllen. Eine langfristige Planung kann dabei helfen, das notwendige Eigenkapital Schritt für Schritt aufzubauen.
Typische Fehler bei der Eigenkapitalplanung
Beim Immobilienkauf konzentrieren sich viele Käufer vor allem darauf, genügend Eigenkapital für die Finanzierung der Immobilie aufzubringen. Dabei werden jedoch manchmal wichtige Aspekte übersehen, die später zu finanziellen Schwierigkeiten führen können.
Ein häufiger Fehler besteht darin, dass nur der Mindestanteil an Eigenkapital eingeplant wird, ohne zusätzliche finanzielle Reserven zu berücksichtigen. Neben dem Kaufpreis und den Nebenkosten können auch nach dem Kauf weitere Ausgaben entstehen, beispielsweise für Renovationen, Möbel oder unerwartete Reparaturen.
Auch die laufenden Kosten der Immobilie werden manchmal unterschätzt. Hypothekarzinsen, Unterhaltskosten und Nebenkosten können einen erheblichen Anteil des monatlichen Budgets ausmachen.
Häufige Fehler bei der Planung des Eigenkapitals:
Nebenkosten beim Immobilienkauf nicht ausreichend berücksichtigen.
Keine finanziellen Reserven für unerwartete Ausgaben einplanen.
Laufende Kosten der Immobilie unterschätzen.
Eine realistische Finanzplanung und ausreichende finanzielle Reserven helfen dabei, den Immobilienkauf langfristig stabil und tragbar zu gestalten.
Warum eine gute Finanzplanung entscheidend ist
Der Kauf einer Immobilie ist eine langfristige finanzielle Verpflichtung. Neben dem erforderlichen Eigenkapital sollten Käufer deshalb auch alle weiteren Kosten berücksichtigen, die mit einer Immobilie verbunden sind. Dazu gehören beispielsweise Nebenkosten beim Kauf, laufende Unterhaltskosten sowie mögliche Veränderungen der Finanzierung.
Eine sorgfältige Finanzplanung hilft dabei, die eigene finanzielle Situation realistisch einzuschätzen und sicherzustellen, dass die Immobilie langfristig tragbar bleibt. Banken prüfen zwar die Tragbarkeit der Finanzierung, dennoch liegt es letztlich auch in der Verantwortung der Käufer, ihr Budget realistisch zu planen.
Gerade bei langfristigen Finanzierungen ist es sinnvoll, genügend finanzielle Reserven einzuplanen. So können unerwartete Ausgaben oder Veränderungen der wirtschaftlichen Situation besser abgefedert werden.
Vorteile einer sorgfältigen Finanzplanung:
Realistische Einschätzung der eigenen finanziellen Möglichkeiten.
Bessere Vorbereitung auf laufende Kosten der Immobilie.
Finanzielle Sicherheit auch bei unerwarteten Ausgaben.
Eine durchdachte Planung schafft die Grundlage dafür, dass der Immobilienkauf langfristig zu einer stabilen und nachhaltigen Investition wird.
Fazit zum benötigten Eigenkapital beim Immobilienkauf
Beim Kauf einer Immobilie in der Schweiz spielt das Eigenkapital eine zentrale Rolle. In den meisten Fällen verlangen Banken, dass Käufer mindestens 20 % des Kaufpreises selbst finanzieren. Ein Teil dieses Betrags muss in der Regel aus sogenannten harten Eigenmitteln bestehen, während andere Quellen wie Vorsorgegelder ergänzend eingesetzt werden können.
Neben dem Eigenkapital prüfen Banken auch die Tragbarkeit der Finanzierung. Das bedeutet, dass die laufenden Kosten der Immobilie langfristig im Verhältnis zum Einkommen stehen müssen. Deshalb ist es wichtig, nicht nur den Kaufpreis, sondern auch Nebenkosten, Unterhaltskosten und mögliche finanzielle Reserven zu berücksichtigen.
Wer frühzeitig mit der Planung des Eigenkapitals beginnt und sich einen Überblick über die Finanzierungsregeln verschafft, schafft eine solide Grundlage für den Immobilienkauf. Eine sorgfältige Finanzplanung hilft dabei, die eigenen Möglichkeiten realistisch einzuschätzen und den Traum vom Eigenheim langfristig und nachhaltig umzusetzen.